Dieter Nuhr bei Lanz zum Journalismus – und mein Beitrag zur multimedialen Islamismus-Debatte

6 Feb

Dieter Nuhr war am 05.02.2015 Gast in der Sendung Markus Lanz im ZDF. Der Kabarettist, der im Oktober 2014 von einem Moslem wegen angeblicher islamfeindlicher Hetze angezeigt wurde, erzählt in der ZDF Talksendung aus seiner Sichtweise über die Hintergründe und Vorgehensweise von Journalisten sowie Berichterstattung dieser zu bzw. über diese/r Anzeige und legt seine Sicht, eher zwischen den Zeilen bzw. im kabarettistischen Stil erkennbar, zur massenmedialen Aufbereitung der Terroranschläge in Paris dar.

Die Kritik, die er an „seriösen“ Medienmarken übte, er nannte nur das Magazin Zeit, meinte aber auch wohl andere, teile ich. Wenn ich in diesem Beitrag generell den Begriff „Medien“ zur Vereinfachung schreibe, meine ich eine große Anzahl von Journalisten, die die entsprechenden Medienunternehmen repräsentieren. Nuhr sagte fast wörtlich: Es ist soweit, dass wir in einer Form des Journalismus angekommen sind, der nicht mal mehr Quellen hinterfragt.

Er bezog sich auf ein Video, das der Anzeige erstattende Moslem mit dem Bild Nuhrs und der Unterschrift „Hassprediger“ ins Netz stellte und das die Medien zitierten, ohne den Urheber, also den Muslimen als Quelle zu den Hintergründen anzufragen.

Ich persönlich schließe mich wie gesagt der Kritik Nuhrs grundsätzlich an. Ja es ist für viele seriöse Zeitungen, Magazine und moderne Politikmedien im Text-, Bild- und Videomarkt eine harte Zeit in der das Überleben von den Gesetzgebern der Ökonomie eher diktiert als erbeten wird. Aber politischer Journalismus darf nicht auf Kosten der inhaltlichen Glaubwürdigkeit kommerzialisiert werden – Entschuldigung ich meine sein!

Wenn der letzte Satz wie eine hohle Phrase klingt, dann weil zu großen Teilen nicht nur, aber besonders die privaten Massenmedien in einem unwürdigen Kampf um Geld mit „Spamjournalismus“ ihren Anspruch und ihre Pflicht aufgegeben haben und vernachlässigen und dadurch das Vertrauen in den aufklärenden Journalismus zerstört haben. Wenn ich auf mein persönliches Leben und meinen Lebenswandel zurückblicke, kann ich vieles verstehen. Ich will daher mit diesem Beitrag nicht einfach generell draufhauen auf Journalisten. Es gibt auch relativ ehrliche und gute Journalisten, die die ihre Ansprüche und Pflicht nicht verraten und aufgegeben haben.

Für diese ist die vielfache – Ignoranz – der genauso mitverantwortlichen Medienkonsumenten, also einfach gesagt vieler Bürgerinnen und Bürger wohl schwer erträglich.

Wenn Journalisten z. B. einen Lebensmittelskandal, einen Umweltskandal oder einen Politikskandal aufdecken und eine Woche später alles genauso weiterläuft wie zuvor, ein Jahr später ein prinzipiell gleicher Skandal auch, nach harter Recherchearbeit, teilweise unter Einsatz des Lebens der Journalisten aufgedeckt wird und dann wieder eine Woche später die gleichen skandalösen Zustände herrschen.

Schuld und Verantwortung haben wir alle! Demokratie ist nur eine gute Form zur Gestaltung des Gemeinwohls, wenn sie – die Demokratie – ernst genommen wird – vom Volk! Schwer in einer Weltgemeinschaft in der – schnelles Geld, jetzt und sofort – alles ist „easy“ propagiert wird. Infotainment „kann“ auch spielerich anspruchsvolles Wissen vermitteln – wenn man in der Lage ist eigenverantwortlich Informationen zu filtern und selbstständig zu reflektieren. Das muss gelehrt und erlernt werden!

Ja, der Terror von Paris war und ist für viele, so auch mich unerträglich, doch was hat es gebracht, dass eine regionale Pariser Satirezeitschrift mit einer Standartauflage von 60.000 für eine oder zwei Wochen mit Millionenauflage weltweit verteilt wurde? War es mehr als eine eher kindliche Trotzreaktion. Jetzt erst Recht eine Mohammed-Karikatur! Alle relevanten Medien – öffentlich-rechtliche Sender wie private Sender mit einfach gesagt – Westorientierung – spekulierten tagelang darüber was das Titelblatt zeigen wird!? Letztlich war es ein mehrfarbiges Bild so durchschnittlich wie die Millionen anderen kostenlos im Internet gezeigten auch. Ja, es ging um die – politische Botschaft! Mit trotzigem Stolz und einem Zeichenstift als Symbol wurde in die Köpfe gesendet – wir lassen uns Mohammed-Karikaturen und die Demonstration unserer Meinungsfreiheit nicht verbieten.

Einige Tage und Wochen später wurden u.a. Demonstrationen in Dresden generell verboten! – Die Islamisten haben mit Mord gedroht! Ein Karnevalsverein, der erst stolz verkündete seinen Wagen mit einer Mohammed-Skulpturkarikatur und besagtem symbolischen Zeichenstift zu präsentieren, zog zurück, die Sicherheitslage lasse es jetzt doch nicht zu den Wagen zu präsentieren.

Na ja, der Terror in Paris liegt einige Wochen zurück und bei RTL läuft bzw. lief #IBES – aus der Twittersprache übersetzt ins deutsche – das RTL Jahresevent: Ich bin ein Star, holt mich hier raus. Da wird so wie oft bei Twitter, Facebook und Co. ja auch – Zynismus mit gesunder Ironie verwechselt. Was ich damit meine? Ich weiß heutzutage oft nicht mehr klar zwischen produktiver Kritik und stumpfsinniger Hass- und Zerstörungswut zu unterscheiden!

Ist es Ironie oder Zynismus wenn ich frage, ob die 3 Tage Livemedia Islamismusthriller in Paris mit 20 Toten bei sinnbildlich 95% Auflagen- bzw. Einschaltquote, in einem global mitmenschlichen gesunden Verhältnis zu seit Jahren anhaltendem Islamistenterror von Boko Haram mit zig tausend Terroropfern, auch Kindern, in Nigeria mit nur sinnbildlich weniger als 1% Auflagen- bzw. Einschaltquote steht?

Bei Domian (WDR), so hörte ich gerade nebenbei sagt der erste Anrufer – passend zum Thema meines Beitrags – Menschen sollen weniger den Medien und Plattformen im Internet glauben, sondern mit Moslems persönlich ins Gespräch kommen. Dem schließe ich mich jetzt an und beende diesen Artikel.

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